Freundeskreis Juni 2010 "Die spektakuläre Flucht aus der DDR"
Am Samstag, den 12. Juni 2010 traf sich der Freundeskreis der CDU zum letzten Mal vor der Sommerpause, in der heimatgeschichtlichen Sammlung, Bahnhofstr. In Bodelshausen. Zu Besuch war diesmal auch die Junge Union Steinlach-Wiesaz.
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| Herr Horst Götze und der Vorsitzende Herr Dr. Karlheinz Arnold |
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heimatgeschichtliche Sammlung, Bahnhofstr., Bodelshausen - Nach einer Entdeckungstour durch Bodelshäuser Geschichte, nahmen die Gäste im Nebenraum platz und der Vorsitzende begann die Veranstaltung mit einer Einleitung, in der er über die Gründung der CDU in den 40er Jahren berichtete und seine persönlichen Erlebnisse eindrucksvoll schilderte. Er berichtete bspw. wie er mit 12 Jahren im Jahr 1945 die ersten tausend Exemplare der CDU-Zeitung „Der neue Weg“ auf der Straße in Halle verkaufte.
Herr Götze knüpfte schließlich mit seinem Vortrag an und erzählte uns über eine bewegende Zeit aus seinem Leben ,wie er es schaffte aus der damaligen DDR zu flüchten und anschließend seine Frau nach Westdeutschland zu bringen.
Eindrucksvoll schilderte er, wie seine Mutter sich damals im Westen von einem Arzt eine lebensbedrohliche Krankheit attestieren ließ und dieses seine „Fahrkarte in den Westen“ war. Seine Frau Jutta musste er zurücklassen, jedoch stand es von Anfang an außer Debatte, dass er sie holen wollte. Zusammen mit der Familie wurde ein Fluchtplan ausgedacht, was sich durch die ganzen zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen als äußerst schwierig erwies.
Glücklicherweise war der Schwager bei den Amerikanern, sodass es der erfolgversprechendste Plan war, ihn mit Frau in den Osten zu schicken um Frau Götze zu holen.
Hierzu wurde der nagelneue gelbe Volvo im hinteren Teil umgebaut und mit einer Kleiderstange versehen, da es für Amerikaner üblich war, dass sie mit viel Kleidung reisten. Die Kleider der mitfahrenden Schwester wurden in zweifacher Ausführung gekauft, denn der Plan war, Frau Götze wie die Schwester aussehen zu lassen. Wochenlang wurde dieser Vorgang auf der Autobahn geübt, dass die Schwester während der Fahrt vom Vordersitz in den hinteren Bereich unter einen Mantel klettert.
Am 27. Dezember war es dann soweit, Schwager und Schwester hatten sich kurz vor der Grenze noch einmal gemeldet, dann hat keiner mehr etwas von ihnen gehört und die Angst war groß.
In dieser Zeit setzten diese den Plan spektakulär um. Wie geplant kamen sie auf den Parkplatz, wo sie Frau Götze treffen sollten. Diese zog die mitgebrachten Kleider der Schwester an und stieg vorne auf der Beifahrerseite ein, während die tatsächliche Schwester sich hinten in einem großen Soldatenmantel versteckte. Kurz vor der Grenze dann der Schock: Sie wurden verfolgt! Schnell tauschten die Frauen während der Fahrt noch ihre Plätze, da Frau Götze kaum englisch sprach und kurz darauf wurden sie gestoppt.
Auch ein englischer Offizier kam herbei und der Schwager musste raus zum Gespräch. Als die Schwester nach zwei Stunden das Auto verließ um nach ihrem Mann zu sehen, traf sie ihn fernsehschauend und essend im Büro an und sie traute kaum ihren Augen. Daneben saßen zwei Amerikaner und zwei Sowjets, von denen der eine Amerikaner eine Flasche Whisky mitbrachte um den Sowjets immer „gut nachzuschenken“. Diese bedankten sich dann irgendwann für den Whisky und nach vier Stunden in denen Frau Götze im Auto verharrte konnten sie endlich weiterfahren. Frau Götze reiste dann am nächsten Tag mit dem deutschen Pass der Schwester am Flughafen Berlin-Tegel aus nach Frankfurt.
Wir bedanken uns recht herzlich beim Ehepaar Götze für diesen wunderbar spannenden und bewegenden Vortrag, sowie bei der heimatgeschichtlichen Sammlung für den Rundgang und die Bereitstellung der Räumlichkeiten.
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